Kellinghusen
im Stör- Bramautal
Kulturdenkmale


St.Cyriacuskirche (Lindenstraße 2)

Einschiffiger Feldsteinbau mit einer Balkendecke, erbaut nach einer historisch nicht nachweisbaren Überlieferung im Jahere 1154 und dem römischen Märtyrer Cyriacus (284 - 305), einem der sogenannten 14 Nothelfer, geweiht.
Die Umfassungsmauern sind zum großen Teil ursprünglich. Das Kircheninnere ist zweimal ausgebrannt: 1686 nach einem Blitzschlag und 1929 durch einen elektrischen Defekt an der Orgel. Von der mittelalterlichen und barocken Ausstattung ist nichts erhalten geblieben. Im 18. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff an Stelle eines abgebrochenen Westturmes verlängert und mit einem - 1930 in ursprünglicher Form erneuerten - Westgiebelturm bekrönt. Die behauenen Steinquader der Nordwand stammen von 1916, der Backsteingiebel von 1930. Der Innenraum wurde 1974/75 und ergänzend 1993 in moderner Zeichensprache künstlerisch neu gestaltet.

Rathaus (Am Markt 9)

1906-1908 nach Plänen des Architekten Max Wichmann errichtet. Bau und Einrichtung des Rathauses wurden durch großzügige Spenden Kellinghusener Bürger gefördert.
Die reichgegliederte Fassade verbindet Formen des Historismus mit zeitgenössischen Jugendstilelementen. Im Innern ist das Treppenhaus mit Buntglasfenstern ausgestattet, die allegorisch auf Handel und Industrie sowie auf Handwerk und Landwirtschaft verweisen. Vertäfelung und Mobiliar im Sitzungssaal wurden nach Entwürfen des Bildhauers Eduard Kock angefertigt. Den Saal schmückt ein Gemälde des Künstlers Hermann Pabst, das den Beschluß der Ratsversammlung zum Bau des Rathauses themastisiert. 1925 wurde das Gebäude durch einen rückwärtigen Anbau nach dem Entwurf des Architekten August Silbertoff erweitert. 1986-1987 erfolgte eine vorbildliche Sanierung nach Vorgaben des Denkmalschutzes.

Hafenanlage (Hafenstraße)

Bereits seit dem Mittelalter wurde von Kellinghusen aus Holz die Stör hinunter verschifft. Lange zeit behinderte jedoch das Itzehoer Stapelrecht (1260-1846) die Ausweitung des Handels. Neben bestehenden privaten Ladeplätzen konnte daher erst ab 1862 eine öffentliche Hafenanlage erbaut werden. Nach der Anbindung an das Eisenbahnnetz 1889 erlebte der Hafen einen raschen Aufschwung. Umgeschlagen wurden Getreide, Baumaterial, Kohlen, Holz und Gerbstoffe. Mühlenbetriebe siedelten sich an und errichteten 1940/1960 die beiden markanten Großsilos. Mit der weitgehenden Einstellung des Bahnbetriebes und der Verlagerung des Gütervekehrs auf die Straße hat der Hafen seine einstige Bedeutung verloren.

Lederfabrik Kobel (Hauptstraße 42)

Das Altgebäude, ein eingeschossiger Fachwerkbau mit verbrettertem Giebel, Krüppelwalmdach und klassizistischer Eingangstür, wurde 1783 errichtet und 1986 umfassend restauriert.
Bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist hier eine Gerberei nachgewiesen. Der Holzreichtum der Umgebung bot die Voraussetzung für die Gewinnung der Gerberlohe. Die nahegelegene Stör deckte den für die Lederherstellung notwendigen erheblichen Wasserbedarf.
Die ab 1870 errichteten rückwärtigen Anbauten - u.a. ein Schornstein für eine Dampfmaschine - verweisen auf die damalige Modernisierung und Erweiterung des Betriebes.
1877 verkaufte der Eigentümer, Bürgermeister Heinrich Jargstorff. die Lohgerberei an H.C.Kobel. Seitdem betreibt die Familie Kobel - nun bereits in der vierten Generation - die Lederherstellung nach traditionellem Verfahren. Die Gerbung mit pflanzlichen Stoffen erfolgt weiterhin in der Grube, eine in Deutschland nur noch selten angewandte Methode.

Dienstsitz des Kirchspielvogtes Detlev von Liliencron (Neue Straße 13)

Der Schriftsteller Detlev von Liliencron (1844-1909) hielt sich von 1883 bis 1890 in Kellinghusen auf. Hier wirkte er zunächst als beamteter königlicher Kirchspielvogt, dann - nach dem freiwilligen Abschied aus dem Dienst - als freier Dichter.
Dienstwohnung und Büro des Kirchspielvogtes bwefanden sich in diesem Hause. Die Kirchspielvogtei Kellinghusen, einstmals ein eigener Verwaltungsdistrikt, umfaßte sechs um die Stadt Kellinghusen gelegene Dörfer mit etwa 1700 Einwohnern. Der Vogt unterstand dem Landrat und nahm dessen polizeiliche Befugnisse "vor Ort" wahr. Nebenamtlich war Liliencron auch als Amtsanwalt beim Amtsgericht Kellinghusen und als Standesbeamter für die umliefgenden Gemeinden tätig.
1927 wurde zum Andenken an den dichter ein Bronzerelief, modelliert von dem Kellinghusener Künstler Hans Christian Delfs, an der Fassade angebracht.

Gebäude des ehemaliges Gutes Luisenberg (Lindenstraße 97)

1804 erbaute Graf Hans Heinrich zu Rantzau das schlichte, nördlich gelegene Wohnhaus im klassizistischen Stil. Er benannte das Gebäude nach dem Vornamen seiner Ehefrau Louise, geb. von Ahlefeld, "Luisenberg".

1822 erwarb der schottosche Einwanderer Edward Ross das Anwesen.

1858 ersetzte die Familie Ross einen älteren, hölzernen Aussichtsturm auf dem Gelände durch den heute noch erhaltenen Turm. Die Südseite des Turms zeigt das Wappen der Familie Ross, die Nordseite hingegen ein königlich-dänisches Wappen. Dieses Wappen zierte der Überlieferung nach einst ein Tor der früheren Festung Rendsburg und gelangte vermutlich nach dem Abriß des Tors 1881 nach Kellingusen.

Haus Fernsicht (Fernsicht 2)

1883 hatte Detlev von Liliencron (1844-1909) sein Amt als Kirchspielvogt in Kellinghusen angetreten und gleichzeitig seinen ersten Gedichtsband "Adjutantenritte" veröffentlicht. Ein Exemplar sandte er an den von ihm verehrten Theodor Storm (1817-1888).

Im Mai 1884 kamen beide in diesem Hause, damals die Villa des Augenarztes Dr. Julius Mannhardt, zusammen. Storm ermutigte den jüngeren Dichter, empfahl ihm aber Zurückhaltung im Ausdruck. Liliencron dankte ihm in einem Brief vom 13.6.1884.

"Ihr gütiges letztes Wort zu mir auf Fernsicht: "Sie haben den Punkt gefunden - aber vorsichtiger -" wird in meiner Todesstunde mir noch ein unsäglich liebes Wort sein. Es war das erste Mal, daß ich einen wirklichen Dichter sah! - einen Dichter!"

Schützenhalle der Kellinghusener Schützengilde von 1762 e.V. (Schützenstraße 66)

1762 Gründung der Gilde. Heute die älteste weltliche Vereinigung der Stadt Kellinghusen.

1911 Grundstückserwerb und Baubeginn. 12.8. bis 14.8.1911 Einweihungsfest

1912 Bau einer Kegelbahn

1926 Erster Schützenball in der Halle

1936 Neubau Kleinkaliberstand

1939 Übernahme der Halle durch die Stadt zur Unterbringung Obdachloser

1965 Neugründung und Erneuerung der Gilde: erstes Anschießen am 2.10.1965

1969 Rückgabe der Halle durch die Stadt Kellinghusen

1970 Abschluß der umfangreichen Sanierungsarbeiten

1972 65. Norddeutsches Bundesschießen in Kellinghusen

1973 Schießsportleistungszentrum Schleswig-Holstein

1983-1993 Sanierung der Gebäude und Modernisierung der Schießsportanalgen

Tourismusbüro Kellinghusen
Hauptstr. 18 / Bürgerhaus
Tel: 04822 37107
Fax: 04822 376215
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